Bewaffnung und Ausrüstung aus den späten 50er und frühen 60er Jahren

Übersicht
 
Funkscheinwerfer RP - 15 - 1 Grabenbagger ERT - 125
Zugmaschine BTS - 2 mittlere Panzerzugmaschine T -54/T
Kran SPK-5 auf Panzerfahrgestell T-54


Funkscheinwerfer RP - 15 - 1:

Eintrag im VdBA:   II  Ar  09  001  Flak-Funkscheinwerfer RP-15-1

Zum "Funkscheinwerfer RP - 15 - 1" ist folgende Notiz vorhanden:

Im Jahre 1956 erfolgte die Festlegung der Ausrüstung für den Flakschießplatz der NVA, Die Festlegung der Ausrüstung erfolgte auf der Grundlage der zu dieser Zeit gültigen Schießvorschrift und der Abschrift des Stellenplanes des sowjetischen Flakschießplatzes
Wustrow, den der damalige Berater der Flakabteilung beim Chef Artillerie zur Verfügung stellte.
Da die Schießvorschrift der Flakartillerie das Schießen auf beleuchtete Ziele mit Scheinwerfern vorsah wurden 3 Funkscheinwerfer RP - 15 - 1 zur Aufnahme in den Importplan beantragt. 0. g. Scheinwerfer wurden im Importplan des Dienstbereiches für das Jahr 1957 bestellt.  Während dieser Zeit wurde das Schießen der Flakartillerie der NVA auf beleuchtete Ziele durch sowjetische Funkscheinwerfer auf dem Flakschießplatz Wustrow sichergestellt. im Januar 1958 wurden diese 3 Funkscheinwerfer aus Importen geliefert.
Bei den Sommergefechtsschießen der NVA 1958 auf dem sowjetischen Flakschießplatz Wustrow konnten bereits keine Gefechtsschießen auf beleuchtete Luftziele durchgeführt werden, da inzwischen eine neue Schießvorschrift der Sowjetarmee eingeführt wurde, die derartige Schießaufgaben nicht mehr vorsah, so daß für die NVA eine derartige Zieldarstellung nicht geflogen wurde.  Zum gleichen Zeitpunkt wurden auch die sowjetischen Funkscheinwerfer vom Flakschießplatz abgezogen.
Entsprechend den Erfordernissen der gefechtsnahen Ausbildung wird gegenwärtig die Schießvorschrift der Flakartillerie überarbeitet.  In der neu erarbeiteten Schießvorschrift ist ebenfalls das Schießen mit Funkscheinwerfern nicht mehr enthalten. Im Stellenplan 1960 des Flakschießplatzes Zingst wurden dementsprechend die Funkscheinwerfer nicht mehr aufgenommen.

Eine Konsultation bei der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ergab, daß die sowjetischen Funkscheinwerfer als Ersatzbewaffnung in Lagern stehen.  Rücksprachen mit dem Kommando LSKLV ergaben, daß in deren Bereich keine Verwendungsmöglichkeiten bestehen.

Es wird vorgeschlagen, die Funkscheinwerfer RP - 15 - 1 aus dem Verzeichnis der Bewaffnung der NVA Teil 2 zu streichen und als Ersatzbewaffnung im Lager 0stritz konserviert abzustellen.
 
die sowjetischen Bezeichnung lautete:  ZP-15 "JACHONT"

Die wichtigsten taktisch - technischen Angaben des Funkscheinwerfers RP-15-1


1. Verwendungszweck: - Auffinden und Beleuchten von Luftzielen sowie Bestimmung ihrer Koordinaten
- zur Zielanweisung an in der Luft befindlichen Jäger sowie zur Übergabe der Koordinaten an die Flakartillerie
- in Einzelfällen zu r Beleuchtung von Erd- und Unterwasserzielen
2. Die Funkscheinwerferstation besteht aus: - dem Funkmeßgerät
- dem Flakscheinwerfer
- der Distanzsteuerung
- dem Stromversorgungsaggregat
3. Über das Funkmeßgerät: - maximale Schrägentfernung des Auffassens von Luftzielen von 25 bis 35 km 
- minimale Auffaßentfernung 1 km
- Dauer der ununterbrochenen Arbeit 12 Stunden
4. Über den Flakscheinwerfer: - Leuchtweite (Bomber in 4000 m Höhe) bis 20 km
- Spiegeldurchmesser 150 cm
- max. Achsenkraft des Scheinwerferlichts 800 x 106 Kerzen
- Zeit für Einschalten 3 Minuten
5. Über das Stromversorgungsaggregat: - Motor Diesel
- Leistung 27,5 KW
- Spannung 110 V
6. Ausmaße in der Marschlage (Gefechtslage): - Länge 7,2 m
- Breite 2,3 m   (4,86 m)
- Höhe 3,25 m (5,15 m)
7. Gewichte: - Funkscheinwerfer 5270 kg
- Zugmittel mit Aggregat, Ersatzteilkästen und Bedienung ca. 10 000 kg
8. Bedienung: - volle Bedienung einschl.  Funker, Planzeichner und Kraftfahrer 1 : 10
- verringerte Bedienung 1 :  7

Alle 3 Hauptteile sind konstruktiv auf einer Speziallafette (zweiachsig) montiert, wobei die Distanzsteuerung einen abnehmbaren Führungsstand hat, von dem aus das Richten, Ein- und Ausschalten des Scheinwerfers abgesetzt erfolgen kann. Das Stromversorgungsaggregat ist auf der Ladefläche eines SIL - 151 montiert, der gleichzeitig als Zugmittel Verwendung findet.


Grabenbagger ETR - 152 (KG - 65)

Eintrag im VdBA:    II   Pi   17   018
                                     2   5211   450   52           Grabenbagger ETR-152

Zum "Grabenbagger ETR - 152" ist folgende Notiz vorhanden:

Betreff: Streichung des Grabenbaggers ETR 152 aus dem Verzeichnis für Bewaffnung und Ausrüstung (09.02.1960)
Es wird gebeten, den Grabenbagger ETR 152 (KG-65) aus dem Verzeichnis für BA, Teil II, zu streichen.
Der Grabenbagger ist zur Verwendung in der NVA nicht geeignet, da für den Transport mit der Bahn in der gesamten Republik nur ein Tieflader vorhanden ist und die eigene Marschgeschwindigkeit nur 8 km/h beträgt. Außerdem erschwert die Höhe des Baggers den Transport, da sie die lichten Höhen bei Brückendurchlässen übersteigt.
Im neuen Vorschlag für das VdBA wurde der Grabenbagger ETR 152 bereits schon nicht mehr aufgenommen, sondern nur noch der Grabenbagger BTM.
 
 


Kran SPK-5 auf Panzerfahrgestell T-54

Eintrag im VdBA:    II   Pz   52   094
                                    2   5113   001   51           Kran SPK-5 auf Panzerfahrgestell T-54

Zum "Kran SPK-5 auf Panzerfahrgestell T-54" ist folgende Notiz vorhanden:
- Verwendung in den Panzerwerkstätten der PD und MSD
- in den Sonderimportplan 1964 aufgenommen, Liefertermin II. Quartal
- Gesamtbedarf für Soll I:  6 Stück
- durch Einführung ist es möglich, unter feldmäßigen Bedingungen, Panzertürme abzuheben und Kanonen auszuwechseln
- der derzeit verwendete Kran 3t auf G 5 kann für andere Instandsetzungseinrichtungen eingesetzt werden


 
 

Taktisch - technische Daten des Kranpanzers SPK-5 auf Basis T-54


Gefechtsgewicht ca. 30 t
Ausmaße Länge ca. 7800 mm
Breite ca. 3270 mm
Höhe ca. 2400 mm
Länge des Auslegers 4,6 - 4,8 m
Höchstgeschwindigkeit ca. 50 km/Std.
mittlere Geschwindigkeit ca. 30 km/Std.
Maximale Tragkraft des Kranes 5 t
Maximale Tragkraft des Kranes mit Stützen 10 t
Bodendruck 0,81 kg/cm²
Motor W-54B
Maximale Leistung 520 PS
Reichweite mit einer Tankfüllung auf Straße 500 km
Besatzung 2 Mann

Anmerkung: Die SU hat keinen Kranpanzer unter der Bezeichnung SPK-5 auf Basis T 54 gebaut. Der dargestellte Kranpanzer ist der Kran SPK-12G auf Basis T 54. Er wurde aber erst 1966 in die sowjetischen Streitkräfte eingeführt. Vermutlich handelt es sich hier um einen Schreibfehler und es wurde der Kranpanzer SPK-5 auf Basis T 34 gemeint. Dieser Kranpanzer, also der SPK-5 auf Basis T 34 erscheint nämlich nicht im VdBA.


Zugmaschine BTS-2

Eintrag im VdBA:    II   Pz   05  003
                                     2   5118   003   51           Panzerzugmaschine BTS-2

Zur Panzerzugmachine BTS-2 ist folgende Notiz vorhanden:
- als Panzerzugmaschine für die Durchführung der Unterwasserfahrt mit Panzern in den PR und Panzerwerkstätten der PD
- Gesamtbedarf für Soll I:  16 Stück
- Einsatz in den Einheiten, die mit T 54 und T 54A ausgerüstet sind
- die frei werdenden mittleren Panzerzugmaschinen T-34/T werden im Soll II abgestellt.
- in den Sonderimportplan 1964 aufgenommen, Liefertermin II. Quartal
 
 

Taktisch - technische Daten der Zugmaschine BTS-2


Gefechtsgewicht ca. 32 t
Ausmaße Länge ca. 7120 mm
Breite ca. 3295 mm
Höhe ca. 2055 mm
Bewaffnung 1 MG DSchK
Höchstgeschwindigkeit ca. 50 km/Std.
Motorzugkraft 15 t
Zugkraft der Winde 25 t
Bodendruck 0,72 kg/cm²
Motor W-54
Maximale Leistung 520 PS
Reichweite mit einer Tankfüllung auf Straße 500 km
Besatzung 2 Mann

Anmerkung: Mit Einführung der mittleren Panzer T 54 und T 54A wurden Zugmaschinen für die Bergung und die Sicherstellung der Unterwasserfahrt notwendig. Die Sicherstellungsfahrzeuge auf Basis T 34 reichten ncit mehr aus. Dashalb bestellte die NVA 1963 eine Zugmaschine und eine Panzerzugmaschine für die Sicherstellung der UF. In den Bestätigungsdokumenten wurden wahrscheinlich die Bezeichnungen verwechselt. Die Zugmaschine BTS-2 war keineswegs zur Sicherstellung der UF geeignet. Die SU hatte für diesen Zweck die Panzerzugmaschine BTS-4 entwickelt und eingeführt. Vermutlich wird die BTS-4 als Mittlere Panzerzugmaschine T 54/T im VdBA aufgenommen worden sein. Von der Zugmaschine BTS-2 waren sechs Stück in der NVA vorhanden. Die Panzerwerkstatt Großenhain rüstete Mitte der 60er Jahre 20 Fahrgestelle zu Panzerzugmaschinen mit und Ohne Bergesatz um.


Mittlere Panzerzugmaschine T-54/T

Eintrag im VdBA:    II   Pz   05  001
                                     2   5118   001   51           Mittlere Panzerzugmaschine T 54/T

Zur Mittleren Panzerzugmachine T 54T ist folgende Notiz vorhanden:
- als Panzerzugmaschine in den:
                            - PR und Panzerwerkstätten der PD
                            - Panzerwerkstätten der MB
                            - Zentralen Panzerwerkstatt
                            - Ausbildungsregimentern
                            - Panzerschule
- Gesamtbedarf für Soll I:  40 Stück
- Einsatz in den PR, die mit T 54 und T 54A ausgerüstet sind
- vorhandene mittlere Panzerzugmaschine T 34/T ist auf grund des geringen Gewichtes und der Zugkraft für die Bergung nicht geeignet
- die frei werdenden mittleren Panzerzugmaschinen T-34/T werden im Soll II abgestellt.
- in den Sonderimportplan 1964 aufgenommen, Liefertermin II. Quartal
 
 

Taktisch - technische Daten der mittleren Panzerzugmaschine T-54/T


Gefechtsgewicht ca. 30 t
Ausmaße Länge ca. 6040 mm
Breite ca. 3270 mm
Höhe ca. 2200 mm
Bewaffnung 1 MG SGMT
Höchstgeschwindigkeit ca. 50 km/Std.
mittlere Geschwindigkeit ca. 30 km/Std.
Funkausrüstung R-113/26
Bodendruck 0,71 kg/cm²
Motor W-54S
Maximale Leistung 520 PS
Reichweite mit einer Tankfüllung auf Straße 500 km
Besatzung 4 Mann



Bildmaterial:
Erhart Gerecke
Herr Wilhelm
W. W. Dawidow "Jahre und Menschen" Verlag Funk und Nachrichten Moskau 2001
A. W, Karpenkow "Überblick über gepanzerte Technik 1905 - 1995"  Verlag Newski Bastion 1996
  
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