Die Metall-Rohstoff-Thüringen GmbH
erhielt im August 1992 den Zuschlag zur Verschrottung von rund 1500 Panzer
T 55 aller Versionen. Für diese Arbeiten wurde der MRT die Liegenschaft
Charlottenhof nahe Görlitz zur Verfügung gestellt. Bis Mitte
1994 mussten sämtliche Panzer demilitarisiert sein, was einer monatlichen
Rate von rund 80 Fahrzeugen entsprach.
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Auf dem Gelände der Offiziershochschule der Landstreitkräfte in Löbau wurden sämtliche T 55 der NVA zentralisiert. Von hier kamen die Fahrzeuge mittels Schwerlasttransporter nach Charlottenhof, wo sie für internationale Kontrollen registriert wurden. | ![]() |
Alle KSE-relevanten Systeme, also Wannen, Türme und Kanonen wurden in zwei Schritten, der Demilitarisierung und der Verschrottung, physisch vernichtet. Bei der Demilitarisierung wurde der Panzer für militärische Zwecke unbrauchbar gemacht. Er musste dann 33 Tage für internationale Kontrollen zur Verfügung stehen und konnte erst dann verschrottet werden. |
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Sämtliche Treib- und Schmierstoffe sowie die
Kühlmittel werden abgelassen und der Aufbereitung zugeführt.
In Hallen werden die Wannen vollständig demontiert. Ketten und Antriebskränze
werden wegen des hohen Mangananteils extra gesammelt.
An dieser Wanne befinden sich noch Elemente des Minenräumgerätes KMT-6 und auf der Bugplatte das EMT-5. |
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Die Demilitarisierung der Panzerwanne erfolgt durch das Einschneiden des Turmdrehkranzes und das vollständige Heraustrennen des linken Seitenvorgeleges. Das Kanonenrohr muss einen Meter vom Bodenstück entfernt abgetrennt werden. Das Bodenstück selber wird einmal waagerecht und einmal senkrecht durchtrennt. Die Nummer der Kanone muss aber leserlich bleiben. |
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Nach 33 Tagen werden die Wannen in 1,5 x 1,5 m grosse Teile zerstückelt. Die Demilitarisierung der Türme wird durch thermische Verformung der rechten Schildzapfenlager erreicht. | ![]() |
Eine vollständig zerteilte Wanne
Im Vordergrund sind die beiden Planetenlenkgetriebe mit grossem und kleinem Bremsband zu erkennen. |
Bereits in Charlottenhof
wurde eine Trennung der für die Weiter- und Wiederverwendung relevanten
Elemente vorgenommen. So kamen die Bandagen der Laufrollen der Altgummi
verarbeitenden Industrie zu Gute. Die aus Messing bestehenden Kühlerpakete
waren ein Exportschlager. Das Material der Panzertürme wurde in Turmmantel
aus Edelstahl und Turmdach aus normalen Panzerstahl unterschieden. Blechbehälter
mit einer Wanddicke über 5 mm wurden zu Würfeln gepresst, die
danach durch Tafelscheren in hochofengerechte Teile zerschnitten wurden.
Motoren und Getriebe kaufte die belgische Firma MOTORMET, sie waren am
verarbeiteten Aluminium interessiert. Andere Baugruppen wie Funkgeräte,
Ziel- und Beobachtungsgeräte sowie Behälter mit einer Blechdicke
unter 5 mm kamen in eine Shredder-Anlage. Die Kraft- und Schmierstoffe
kaufte eine bekannte Mineralölfirma.