Leicht Absetzbarer Koffer - LAK

Auszug aus der technischen Dokumentation "Typenreihe Leicht Absetzbarer Koffer LAK" vom VEB Karosseriewerk Aschersleben, Ausgabe 1978:

Die Typenreihe "Leicht Absetzbarer Koffer" beinhaltet zwei Koffergrößen, LAK I und LAK II, die nach einem modernen Fertigungsverfahren aus glasfaserverstärkter, ungesättigtem Polyester (GUP) hergestellt, als autonome Einheit zur Unterbringung und zum Transport hochwertiger und empfindlicher Technik sowie des entsprechenden Bedienungspersonals dienen. Sie sind sowohl als transportfähige Einheit in Verbindung mit einem Trägerfahrzeug, als auch allein universell einsetzbar.

Aus diesen beiden Grundtypen lassen sich folgende Varianten ableiten:
Koffergröße
Kennzeichnung
Filterventilationsanlage
Anbauzelt
Aggregat
LAK I
A   1
x
x
4 kW 380/220V DS
 
A   2
x
-
4 kW 380/220V DS
 
A   3
-
x
4 kW 380/220V DS
 
A   4
-
-
4 kW 380/220V DS
         
LAK I
B   1
x
x
3 kW 200V WS
 
B   2
x
-
3 kW 200V WS
 
B   3
-
x
3 kW 200V WS
 
B   4
-
-
3 kW 200V WS
         
LAK I
C   1
x
x
ohne Elektroaggregat
 
C   2
x
-
ohne Elektroaggregat
 
C   3
-
x
ohne Elektroaggregat
 
C   4
-
-
ohne Elektroaggregat
         
LAK II
A   1
x
x
4 kW 380/220V DS
 
A   2
x
-
4 kW 380/220V DS
 
A   3
-
x
4 kW 380/220V DS
 
A   4
-
-
4 kW 380/220V DS
         
LAK II
B   1
x
x
3 kW 200V WS
 
B   2
x
-
3 kW 200V WS
 
B   3
-
x
3 kW 200V WS
 
B   4
-
-
3 kW 200V WS
         
LAK II
C   1
x
x
ohne Elektroaggregat
 
C   2
x
-
ohne Elektroaggregat
 
C   3
-
x
ohne Elektroaggregat
 
C   4
-
-
ohne Elektroaggregat

Zur Grundausrüstung des LAK gehören:

- E-Anlage mit Elektroaggregat 4kW 380V Drehstrom und Absetzeinrichtung für das Aggregat   oder
- E-Anlage mit Elektroaggregat 3kW 220V Wechselstrom und Absetzeinrichtung für das Aggregat   oder
- ohne E-Anlage, aber mit Batteriekasten und Absetzeinrichtung für Batterien

- Heizung und Belüftung

- Feuerlöscher, Zusatzkanister, Leiter

- Anschlusssystem des 10-Fuß-Containers

- Ersatzteilschrank mit Ersatzteilen und Zubehör für E-Anlage sowie Reparaturmaterial für feldmäßige Instandsetzung

Die wesentlichen Elemente:

Die LAK-Hülle besteht aus einzelnen, ca. 10 mm dicken ringförmigen Elementen, die zu einer Röhre aneinander gereiht und an den Enden mit Stirnwänden versehen sind. Je nach LAK-Typ gelangen drei (LAK-I) oder vier Ringe (LAK-II) zur Anwendung.
 

           In Fahrtrichtung links vorn ist die Heizungs- und Belüftungsanlage untergebracht.
 
 
links mit FVA
 
 

An der Stirnwand vorn kann eine Filterventilationsanlage montiert sein.



 
 
 

rechts ohne FVA, also Kennzeichnung 3 (Zelt ist vorhanden, siehe unten)

 
mit Elektroaggregat und Lüfter
 
 

Links hinten befinden sich das Benzin-Elektroaggregat und die Batterie, bzw. nur die Batterien. Das Aggregat ist auf einem fahrbaren Aggregateschlitten befestigt und kann mit der Absetzvorrichtung aufgenommen oder abgesetzt werden. Zur Belüftung des Aggregateraumes dient ein an der linken LAK-Hülle montierter Lüfter. Dieser entfällt bei der Variante C.


Variante C, also ohne Lüfter, nur mit Batterien 
Die Abdeckung ragt über die LAK-Wand hinaus.
 
 

Änderungen im Sinne des "technischen Fortschritts" betrafen auch die Belüfterabdeckung für den Aggregateraum bei den Versionen A und B.



 
 
 
 

Die Abdeckung schließt bündig mit der LAK-Wand ab.

 
An der hinteren Stirnwand sind die Rückwandtür mit Leiter, die Klappe für das Elektroaggregat, die Kanister mit Reservekraftstoff für das Elektroaggregat und das Heizgerät sowie Anschlüsse für die Fremdeinspeisung /E-Anlage) angeordnet.

Beim LAK rechts fehlen die Halterung für die beiden Reservekanister.

Erste Version des LAK, mit zwei Scharnieren und drei Vorreibern.
 
 

Laut technischer Dokumentation von 1978 ist die Rückwandtür an der rechten Seite mit zweiScharnieren befestigt und mit drei Vorreibern gesichert.



 

Eine modernisierte Version, hier mit drei Scharnieren und drei Vorreibern ausgerüstet.

 
LAK II mit angebautem Anbauzelt (das Zelt kann auch frei aufgestellt werden)
 
 

Das Anbauzelt ist in einem Transportsack verpackt und wird im LAK untergebracht. Es ist für Arbeiten außerhalb des LAK bestimmt und kann an der rechten Seite des auf dem Trägerfahrzeug aufgesetzten LAK befestigt werden.


oben, drei Halterungen für den Anbau des Zeltes 
unten, die Variante ohne Anbauzelt 

Man muss schon genau hinsehen, um die "richtige" Variante des LAK zu erkennen.

Im Juli 1986 erschien die "technische Information LAK III und LAK IV" vom VEB Karosseriewerk Halle. Dort heißt es:

Die seit dem Jahre 1976 in Serie gebaute Typenreihe "Leicht Absetzbarer Koffer" (LAK) wird mit den Typen LAK III und LAK IV um zwei Koffergrößen erweitert.
Alle bekannten charakteristischen Eigenschaften, die - resultierend aus der Erfüllung der technisch-taktischen Forderungen die bisherige Typenreihe auszeichnen sind auch an den neuen LAK-Typen III und IV nachweisbar.
So sind die LAK-Hüllen nach einem modernen Fertigungsverfahren aus glasfaserverstärktem ungesättigten Polyester (GUP) hergestellt. Sie dienen als autonome Einheit zur Unterbringung und zum Transport hochwertiger und empfindlicher Technik sowie des entsprechenden Bedienpersonals.
Alle LAK können als transportfähige Einheit in Verbindung mit einem Trägerfahrzeug als auch allein universell eingesetzt werden.
Für den Transport der LAK III/IV können Trägerfahrzeuge mit Containeranschluss -10- Fuß beim LAK III und -20- Fuß beim LAK IV eingesetzt werden.
Die fahrleistungsspezifischen Parameter der Trägerfahrzeuge werden durch die aufgesetzten LAK nicht eingeschränkt.
 
    LAK III
LAK IV

Die LAK Typen I und II sind vom Aufbau her in oben genannte Versionen aufgeteilt. Die Versionen III und IV können nach den taktisch-technischen Erfordernissen aus nahezu 40 verschiedenen Baugruppen individuell zusammen gestellt bzw. gebaut werden. Dies trifft insbesondere für die Anordnung von Fenstern, Türen, Klappen und Durchbrüchen zu. Selbst die Anordnung einzelner Baugruppen wie Heizung und Belüftung kann variiert werden.

Eine Version des LAK III auf Basis L 60

Wen wundert es, wenn da Gerüchte im Umlauf sind, die behaupten, die Entwicklung der Nachfolger LAK V und LAK VI lief auf Hochtouren. Wenn für den LAK IV ein Basisfahrzeug mit Containeranschluss -20- Fuß notwendig war, so muss für einen LAK VI ein Containeranschluss -40- Fuß genutzt werden. Es wird kein Trägerfahrzeug mit solch einem langen Containeranschluss vorhanden gewesen sein, aber Sattelauflieger mit solchen Ausmaßen gab es. Bereits 1987 begann die Entwicklung der motorisierten Druckerei Typ I/90 durch den VEB Polygraph - Zentrales Projektierungsbüro Leipzig, die sich aus fünf mobilen Elementen zusammensetzte. Alle fünf Elemente waren in -40- Fuß-Containern untergebracht. Da es zu dieser Zeit noch keine -40- Fuß-Container gab, wurden zwei -20- Fuß-Container zusammengebaut. Als Transportmittel wurden Sattelauflieger HLS 270.78/10 aus DDR-Produktion und NK 30.25.20 aus der CSSR erprobt. Als Zugmittel konnten KamAS 54.112 (m), als auch der Tatra 815 NTH 6x6 verwendet werden. Das gleiche Prinzip wurde auch bei der Schuhmacherwerkstatt und der Schneiderwerkstatt, beide beim BA-Dienst eingesetzt, angewendet. Zwei -20- Fuß-Container wurden auf einen Tragrahmen-Sattelauflieger NK 30.25.20 aufgesetzt, als Sattelzugmaschine diente ein Tatra 148.


Experimentiermuster MDr beim Straßentransport
KamAS 54.112 (m) mit HLS 270.78/10

Die Versuchsfahrten zeigten deutlich, das die Zugmaschine Tatra 815 NTH 6x6 im Zug mit dem Sattelauflieger NK 30.25.20 die zulässige lichte Transporthöhe wesentlich überschritten, also nicht eingesetzt werden konnten.

Diese Ausmaße müsste im Prinzip der LAK VI gehabt haben, bestehend aus acht, zusammengesetzten LAK-Segmenten.

Fotomaterial wurde freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von:
Lutz-Reiner Gau
Roman Alter
Dirk Krüger